Zu unseren wichtigsten Grundbedürfnissen gehört das Wasser.
Daseinsvorsorge
Die öffentliche Wasserversorgung dient nach Wasserhaushaltsgesetz (WHG) der Daseinsvorsorge, stellt somit eine kommunale Pflichtaufgabe dar, und wird von den Gemeinden im Rahmen der Gesetze in eigener Verantwortung wahrgenommen. Sie wird ergänzt durch eine (meist private) Eigen- bzw. Einzelbrunnenversorgung.
Eine ausdrücklich gesetzliche Verpflichtung der Gemeinde, die Bevölkerung, die gewerblichen und sonstigen Einrichtungen ihres Gebietes ausreichend mit Trink- und Betriebswasser zu versorgen, enthält das Hessische Wassergesetz. Eine Versorgungspflicht besteht jedoch nicht für Grundstücke im Außenbereich, gewerbliche oder andere Verbraucher mit hohem oder stark schwankendem Wasserbedarf und für die Versorgung mit Betriebswasser, wenn und soweit es dem Verbraucher zumutbar ist, diesen Bedarf einzuschränken oder anderweitig zu decken.
Die Gemeindewerke Sinn als Versorger der Gemeinde Sinn tragen dafür Rechnung, dass den Haushalten, den öffentlichen und privaten Einrichtungen, den Gewerbe- und Industriebetrieben im Gemeindegebiet für den menschlichen Genuss und Gebrauch geeignetes Wasser (Trinkwasser) in der durch die Trinkwasserverordnung vorgeschriebenen Qualität, in ausreichender Menge und mit dem notwendigen Druck zur Verfügung steht.
Die Gemeindewerke Sinn werden entsprechend den Bestimmungen des Hess. Eigenbetriebsgesetzes geführt. Aufgrund dieses Gesetzes hat die Gemeindevertretung die Eigenbetriebssatzung der Gemeinde Sinn am 01.07.2020 neu beschlossen.
Die Gemeindewerke Sinn sind als Eigenbetrieb der Gemeinde für die Wasserversorgung der drei Ortsteile der Großgemeinde Sinn und zwar für den OT Sinn, den OT Edingen und den OT Fleisbach zuständig. Ferner obliegen den Gemeindewerken der Einzug von Abwasser- und Niederschlagswassergebühren und die Einleitung von Betreibungsmaßnahmen für den Zweckverband „Abwasserverband Mittlere Dill“.
Die komplette Betriebsführung der Gemeindewerke Sinn wird seit dem 01. Juli 2020 durch Personal der Stadtwerke Dillenburg abgewickelt. Weitere Informationen zu den betriebsführenden Themen finden Sie auf der Homepage www.stadtwerke-dillenburg.de.
Wichtig zu wissen: Wasserversorgungsunternehmen stehen nicht miteinander im Wettbewerb. Es gibt für jedes Grundstück in einer Gemeinde nur einen Wasserversorger, von dem das Trinkwasser bezogen werden kann. Die Wasserversorger versuchen ihre Aufgaben möglichst kosteneffizient zu erfüllen. Traditionell verzichten viele Wasserversorger deshalb auf Werbe- oder Marketingmaßnahmen und beschränken sich auf notwendige oder gesetzlich vorgeschriebene Kommunikationsmaßnahmen, z.B. rund um Zählerwechsel, Ablesung und Abrechnung, zu den Versorgungsbedingungen oder die Analyseergebnisse der Qualitätsüberwachung des Trinkwassers.
Wassergewinnung
Bei den Gemeindewerken Sinn wird das an die Kunden abgegebene Wasser überwiegend durch den Wasserbeschaffungsverband „Wasserwerke Dillkreis Süd“ bezogen. Seit 2024 wird auch ein Teil des abgegebenen Wassers durch den Tiefbrunnen Müllerswies abgedeckt.
Dabei wird auf unterschiedliche Ressourcen zurückgegriffen, was diverse Gründe hat:
Als Folgen des Klimawandels verringern sich die Niederschläge und die Temperaturen steigen. Dadurch versiegen zumindest zeitweise mehr Quellen. In der Regel geschieht das zu Zeiten, in denen man für die Wasserversorgung vergleichsweise viel Wasser benötigt: an heißen Sommertagen nach mehreren Wochen ohne Regen. Grundwasser hingegen ist weniger anfällig auf kurzzeitige Schwankungen. Eine Anreicherung des Grundwassers durch Versickerung von Oberflächenwasser wird nicht vorgenommen.
Wasserverteilung
Zwischen den Gemeindeteilen existiert ein innerstädtisches Verbundsystem, so dass gewonnenes Trinkwasser im Netz im Gemeindegebiet „verschoben“ werden kann, sollten lokal Versorgungsengpässe auftreten. Mit dem Wasserbeschaffungsverband Dillkreis Süd wird aktuell ein Hochbehälter gemeinsam genutzt. An dieser Stelle könnte bei Bedarf zwischen den Netzen eine Verbindung geschaffen werden. Weitere Verbindungen zu anderen benachbarten Kommunen bestehen aktuell nicht. Insgesamt betreuen wir in Sinn mit 2 Hochbehältern ein Wasserversorgungsnetz mit einer Gesamtlänge von rd. 57 km.
Resilienz der Wasserversorgung – Ist ein Ausfall der Trinkwasserversorgung undenkbar?
Die Wasserversorger unternehmen sehr viel, damit die Trinkwasserversorgung immer gewährleistet ist. Allerdings ist auch eine Wasserversorgung auf so hohem Niveau wie in Deutschland nicht gegen Katastrophen oder unwahrscheinliche Schadensereignisse gefeit. Ereignisse wie das Hochwasser in Simbach am Inn in 2016 oder der Stromausfall im Münsterland 2005 haben gezeigt, dass der hohe Standard der Wasserversorgung binnen weniger Momente gefährdet sein kann und die Bevölkerung nicht auf einen Ausfall dieser Infrastrukturen vorbereitet ist.
Die Wasserinfrastruktur ist daher den Kritischen Infrastrukturen zugeordnet. So nennt man Infrastrukturen deren Ausfall weitreichende negative Folgen hätte. Sie erhalten Unterstützung der Behörden und müssen sich auch selbst bestmöglich auf Krisenfälle vorbereiten. Was dazu gehört, hat die Corona-Pandemie gezeigt: Mitarbeiter von Kritischen Infrastrukturbetreibern bekamen Zugang zur Notbetreuung in Kitas und Schulen und wurden mit erhöhter Priorität geimpft. Die Wasserversorger investieren aber auch selbst in vorbeugende Sicherheitsmaßnahmen gegen Gefahren, die beispielsweise von Cyberattacken, Extremwetterereignissen oder Stromausfällen ausgehen können.