Naturerlebnis und Industriegeschichte
Die Gemeinde Sinn hat mit dem Stippbachtal ein landschaftliches Kleinod aufzuweisen, das in Verbindung mit dem waldreichen und industriegeschichtlich bedeutsamen Höhenzug Hörre förmlich zur Naherholung einlädt. Diese Region zwischen den Gemeinden Sinn, Mittenaar und Ehringshausen kann man auch auf einem Wanderweg erleben, der den wortspielerischen Namen „Hörreliches Stippbachtal“ trägt.
Der rund elf Kilometer lange Weg hat seinen Start- und Zielpunkt am unteren Parkplatz des Waldfriedhofs (Portal 1) im Kernort Sinn, ein Einstieg ist aber auch am Parkplatz „Schieferhalde“ am Eingang des Stippbachtales möglich (Portal 2). Vom Waldfriedhof führt die Tour auf gut begehbaren Waldwegen und -pfaden zunächst in Serpentinen kräftig bergan, ehe man mit dem Hardtköpfchen und dem „Alten Bahnhof“ die höchsten Punkte erreicht.
Von dort aus geht es weiter durchs obere, mittlere und untere Stippbachtal – vorbei an Fischweihern, durch romantische Täler und ein Waldstück – zu den Eisweihern und zur Schieferhalde kurz vor dem Ortseingang von Sinn. Die Strecke macht nun eine scharfe Kehre zurück ins Stippbachtal und biegt vor dem Tretbecken links ab, um auf die Höhe über dem ehemaligen Schieferbruch „Grube Herkules“ zu gelangen und über die Hardt – mit einer grandiosen Aussicht auf das Dilltal und den Westerwald –wieder zurück zum Ausgangspunkt am Waldfriedhof zu führen.
Das Besondere an diesem Weg: Er bietet nicht nur die Verbindung von körperlicher Bewegung, Naherholung, sondern auch einen Einblick in die Sinner Historie und insbesondere in die Industriegeschichte, die sowohl mit dem Bergbau als auch mit bedeutsamen Unternehmen wie Haas und Sohn und der Glockengießerei Rincker verbunden ist.
Nicht zu vergessen: das Naturerlebnis. Vor allem das Stippbachtal, das Teil eines europäischen Vogelschutzgebietes ist gibt zahlreichen, zum Teil seltenen und besonders schützenswerten Arten einen Lebensraum geben wie dem Feuersalamender und der Zauneidechse.
Ermöglicht wurde der Wanderweg „Hörreliches Stippbachtal“ im Rahmen der Dorfentwicklung durch die Zusammenarbeit der federführenden Gemeinde Sinn mit dem Geopark Westerwald-Lahn-Taunus, der damit auch eine neue Georoute in sein Repertoire aufnehmen kann. Unterstützung gab es für das Projekt durch das Forstamt Wetzlar, die Knappschaft, die Jagdgenossenschaft, die Wanderfreunde, die Siedlergemeinschaft und den Förderverein Waldschwimmbad Sinn.
Zehn Infotafeln berichten beispielsweise über den Höhenzug „Hörre“, den Schiefer- und Roteisenabbau vergangener Zeiten, aber auch über den Postkutschenüberfall 1765 im Grenzbereich zu Kölschhausen oder die historische Grenze zwischen dem Herzogtum Nassau und dem Königreich Preußen, die bis 1866 unter anderem über den Mühlberg zwischen den heutigen Gemeinden Sinn und Ehringshausen verlief.
